Forschungsprojekt ermöglicht den Digitalen Zwilling für den Maschinen- und Anlagenbau


Weiden. Ein Forschungsprojekt mit vielversprechenden Ergebnissen: Beim Abschlusstreffen bei Projektpartner BHS Corrugated wurden drei spannende Anwendungsfälle aus dem Projekt „Collaborativer Digitaler Zwilling in Wertschöpfungsnetzwerken (Co-TWIN)“ vorgestellt.

Unser Mitarbeiter Tobias Schrödl hat stellvertretend für die up2parts GmbH die branchenspezifischen Herausforderungen und die im Rahmen des Forschungsprojekts entwickelten Lösungen für eine lebenszyklus- und unternehmensübergreifende Kollaboration und Kommunikation präsentiert.

Das Co-TWIN-Forschungsprojekt war im März 2019 mit dem Ziel an den Start gegangen, die Zusammenarbeit im Maschinen- und Anlagenbau durch einen ganzheitlichen Ansatz des Digitalen Zwillings zu verbessern.

Bestellung von Maschinenteilen: Zeit und Ressourcen sparen

So hat sich up2parts im Rahmen des Projekts darauf fokussiert, eine webbasierte Lösung zu entwickeln, die Medien- und Systembrüche im Bestellprozess von Maschinenteilen der Vergangenheit angehören lässt. Durch digitale Schnittstellen zwischen Maschinenherstellern und Lieferanten können Zeit und Ressourcen gespart werden.

Um zum Ziel zu gelangen, wurde die so genannte Verwaltungsschale angewendet, ein herstellerübergreifender und branchenneutraler Standard für die Bereitstellung von Informationen und für die Kommunikation zur Herstellung von Interoperabilität. Im Englischen wird die Verwaltungsschale als „Asset Administration Shell“ (AAS) bezeichnet.

Ein weiterer Anwendungsfall des Projekts befasste sich mit dem Einsatz von Augmented Reality-Technologie bei der Anlagenkonfiguration zur Vertriebsunterstützung. Die dritte Anwendung widmete sich der Optimierung von Serviceaufgaben an Anlagen vor Ort beim Kunden.

Digitaler Zwilling bietet enorme Chancen für Mittelstand

Die Projektbeteiligten zeigten sich davon überzeugt, dass das Konzept des Digitalen Zwillings und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Wertschöpfung sowie Kollaboration der Zukunft vor allem in Hinblick auf den mittelständisch geprägten deutschen Maschinen- und Anlagenbau enorme Chancen bieten.

„Wenngleich erste Lösungen den betrieblichen Hallenboden erreicht haben, bleiben viele Potenziale bisher ungenutzt. Es gilt, die geeigneten Rahmenbedingungen zu schaffen, um diese erfolgsversprechenden Aussichten nutzen und den Digitalen Zwilling auch im Mittelstand etablieren zu können“, so der Appell der Projektgruppe. Daher habe man sich im Rahmen des Co-TWIN-Projektes interdisziplinär dem Digitalen Zwilling mit Fokus auf die lebenszyklus- und unternehmensübergreifende Kollaboration und Kommunikation gewidmet.

Die Teilnehmer der Abschlussveranstaltung konnten mit Hilfe einer VR-Brille die virtuelle Konfiguration einer Anlage erleben und bei einer Führung die Fließmontage und Teilefertigung der BHS Corrugated kennenlernen.

Das Projekt wurde als eines von 13 Projekten der Fördermaßnahme „Industrie 4.0 – Kollaborationen in dynamischen Wertschöpfungsnetzwerken (InKoWe)“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über drei Jahre mit 2,8 Mio. Euro unterstützt.

Vielen Dank an die BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH in Weiherhammer für die Organisation der Veranstaltung und die Möglichkeit, das erfolgreiche Projekt in einer solch beeindruckenden Kulisse abzuschließen.

Weitere Informationen rund um „Co-TWIN“ sind auf der Projektwebsite zu finden.